Spanien/Kantabrien/Santillana del Mar

Kontinent:  Europa
Land: Spanien
Region/Destination: Cantabria (Kantabrien)/Santillana del Mar

Santillana del Mar – In Granit gemeisselte Kultur

Santillana ist ein 4179-Seelen-Nest (2014), eine halbe Autostunde westlich von Santander (Cantabria), unweit des Atlantiks gelegen. Im Sommer ist Santillana aber gut frequentiert von Sommerfrischlern aus Madrid und immer mehr auch aus dem Rest der Welt. Ein Flecken zu entdecken !

Wie ganz Kantabrien   wo gemäss dessen Bewohnern, "nesti pais onde vivo", das Meer das Gebirge küsst, "la mar besa la montaña"   bezaubert Santillana mit diesem einmaligen Kontrast zwischen Granitfels und wild schäumendem Meer! Man fühlt sich in Urzeiten zurück versetzt. Die Leute sind recht konservativ (bis katholisch), erdverbunden und, einmal das Eis geschmolzen, von grösster Herzlichkeit und Gastfreundschaft.

Kantabrien, teilt damit das Schicksal mit dem Baskenland, mit den noch westlicheren Asturien und Gallizien, ja gar mit der französischen Bretagne, wo die Granitfelsen von den alten Mythen und Legenden der Kelten erzählen, wo die Erde im Mittelalter noch abrupt zu Ende war (Finis Terrae) und wo bei besonderen Anlässen durchdringend und wehmütig-romantisch der harmonische Dudelsack ertönt, als "Gaita" oder aber als "cornemuse", dies zur Prozession oder gar zum Reigentanz !

Nun kann man natürlich ganz einfach Santillana del Mar links liegen lassen und ans Meer liegen. Dies kann man aber schon in Santander tun (175736 Einwohner, Sardinero) oder aber im noch näheren Comillas (2320 Einwohner, ebenfalls sehr malerisches Dorf, Gaudí-Palast: El Capricho de Gaudí), oder ein paar Kilometer weiter, in San Vincente de la Barquera (4400 Einwohner, Restaurants, Cafés, jährliches "Folk-Musik-Festival, wo auch die Gaita erklingt)!

Nein, nach Santillana del Mar muss man fahren, um die einzigartige Plaza mit den pittoresken, kleinen Palästen, die umtriebigen Steinpflaster-Gassen (Markt, Spielplätze, Museum) und vor allem die Stiftskirche, die "Colegiata de Santa Juliana" und dessen einmaligen Kreuzgang aus dem XII. Jahrhundert zu besichtigen und zu bewundern. Für das Meer bleibt alleweil noch Zeit und natürlich auch für die köstliche Gastronomie.

Noch ein Geheimtipp für den Touristen aus alpinen Landen: Auch wenn man glaubt, schon alles bezüglich Alpen  und Bergwirtschaft gesehen zu haben, so sollte man doch mal den (Um-) Weg Richtung Picos de Europa, Richtung Spitze des Kantabrischen Scheidegebirges (2648 m) einschlagen: Potes (1421 Einwohner, Museum, Restaurants), Cabezón de Liébana (Santuario de Nuestra Señor de la Luz, Romanik,IX Jh.) sind weitere landschaftliche und kulturelle Augenweiden, die wirklich zeigen, dass nicht nur das so nahe Meer, sondern auch die Muse der emsigen Kultur und der religiösen, zeitlosen Ästhetik diesen einmaligen Flecken Erde geküsst hat !

Ital von Reding, Juli 2015