El Bierzo, Spanien

Kontinent:  Europa
Land: Spanien
Region/Destination: Castilla y León (Kastilien)/Cacabelos (Bierzo)

Cacabelos – Eine Reise in eine vergangene Zeit

Eine gute Autostunde westlich von León liegt der Bierzo, eine (noch) verkannte Weingegend Spaniens unweit der Cordillera de Cantabria (Kantabrisches Scheidegebirge) unweit auch von Gallizien und wie León selbst am Jakobsweg (Camino de Santiago) gelegen. Natürlich ist der allerbeste Weg dorthin zu Fuss, aber nicht jeder kann sich einfach so eine Auszeit nehmen und auf Schusters Rappen dorthin pilgern.

Pilgeratmosphäre und Wein geniessen ist aber immer speziell. Stellen sie sich vor, Sie gelangen von Schwyz ins abgelegene Muotatal und entdecken dann Bisistal und zu guter Letzt die unsäglich schöne Glattalp, eine echte Entdeckung. Etwas ähnliches erleben sie, wenn Sie von León (Bus direkt aus der Schweiz, oder von Madrid) den Bierzo entdecken (Ponferrada), dann Cacabelos und Villafranca durchschreiten und als Zugabe den Cebreiro erklimmen !

Diese einmalige Gegend des Bierzo habe wir schon mehrmals „heimgesucht“ und sind jedes Mal von der roten Erde und den tiefgrünen Rebbergen, eingebettet in einer „Cuenca“, einem Becken, begeistert und eingenommen.Wir haben uns schon mal in Cacabelos, einem 5000-Seelen-Nest direkt am Jakobsweg niedergelassen und die spezielle Camino-Atmosphäre in den Gassen, Restaurants und Bodegas genossen. Die Leute sind sehr zuvorkommend und es hat auch pittoreske Geschäfte, gar eine Kunstgalerie, die man, wie die eigentliche Pilgerherberge mal gesehen haben sollte. Besonders reizend ist der „Palacio de Canedo“ abseits des Dorfes, mit einmalig originellen Zimmern, Weinatmosphäre (und –Seife) im Rebberg bietend, wo man die Weinproduktion inklusive Nebenprodukte haut- und gaumennah erleben kann und wo am Morgen kaum ein Hahn kräht.

Nicht entgehen lassen sollte man sich aber den ungefähr acht km langen Spaziergang durch die Weinberge des Fleckens Valtuille, von Cacabelos nach Villafranca. Da glaubt man sich – bei jedem Wetter – in die Zeit der ersten Pilger zurückversetzt und geniesst, je nach Jahreszeit in neuem Lichte, die Reben in ihrem Urelement.

Natürlich ist auch der Aufenthalt in Villafranca selbst ein Erlebnis (Das Taxi zurück oder hin ist in Spanien ja billig). Mit seinen 3200 Seelen ist es noch kleiner als Cacabelos, hat noch mehr Pilgeratmosphäre und am Ortseingang eine Jakobskirche, wo früher müde Pilger schon mal einen Ablass ergattern konnten (Puerta del Perdón)

Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist die Fahrt (ev. auch per Taxi) auf den Cebreiro: Die letzte Erhebung und „pièce de résistance“ der JakobspilgerInnen vor Gallizien. Dort oben kriegt man schon die Steinkultur der Kelten zu riechen und kann sich mit der Meeresspezialität „Pulpo a la gallega“, einem Krakengericht am speziellen, spanischen Paprika, den Gaumen erfreuen.


Ital von Reding, Juni 2015